Ich wurde 1946 in der westnorwegischen Küstenstadt Bergen geboren und habe den Großteil meines Lebens hier verbracht. So gesehen hätte es sich wohl angeboten, die Handlung meiner Bücher hierher zu verlegen, aber das erschien mir angesichts meiner zahlreichen Vorgänger zu wenig originell.
Als mein Erstlingswerk „Skyggejakten“ (Schattenjagd) im Februar 2003 in Norwegen herauskam und die ersten Kritikerstimmen in der Presse erschienen, wunderten sich einige, dass ich bisher noch nichts veröffentlicht hatte. Doch dafür gab es einen einfachen Grund: Ich hatte bereits Anfang der 80er-Jahre erste Versuche gewagt, doch das Ergebnis war für mich in Anbetracht des entbehrungsreichen Aufwands so enttäuschend, dass mir die Lust auf mehr fürs erste vergangen war.
Zwar schrieb ich in den 80er- und 90er-Jahren eine Reihe von Kriminalnovellen für diverse Zeitschriften, doch darüber hinaus nahmen mich ein anspruchsvoller Job sowie Haus und Familie völlig in Beschlag. Alles zu seiner Zeit.
Als der Verlag Damm jedoch 1999 Interesse an meiner Serienidee fasste, waren die Voraussetzungen wesentlich günstiger. Unsere vier Kinder waren bereits erwachsen, und so genossen wir weitaus mehr Spielraum, um die Gelegenheit besser zu nutzen. Meine Frau Marit war bei diesem Prozess von Anfang an dabei, und ich habe ihr alles zu verdanken.
Wir beide heirateten 1989 – im Mai jährt sich unser 25. Hochzeitstag. Sie hat zwei Kinder aus einer früheren Ehe, ich ebenfalls. Das älteste ist jetzt 39, das jüngste 30. Insgesamt bilden wir eine richtige Großfamilie, und auch die Enkel stellen sich nach und nach ein. Derzeit sind es fünf.
Im Lauf der Jahre hatte ich das Glück, mich verschiedenen spannenden Aufgaben stellen zu können. So war ich unter anderem als Filialleiter, Verkaufsrepräsentant, Vertriebsleiter und Geschäftsführer tätig. Heute arbeite ich bei Fanaposten, die 2002 zur zweitbesten Lokalzeitung Norwegens gekürt wurde (das war vor meiner Zeit). Diese kleine Zeitung verdankt ihrem Erfolg einer Gruppe enthusiastischer und engagierter Menschen, und ich bin stolz darauf, zu diesem Team zu gehören.
An den Abenden und in die Nächte hinein schreibe ich über Ole Vik, strotzend vor Impulse von einem Arbeitsplatz, an dem kein Tag dem nächsten gleicht.
Schreiben entspannt mich und bietet mir einen willkommenen Ausgleich zum Alltag. Sich als Autor zu etablieren ist ein langwieriger Prozess, aber ich weiß, dass der Tag kommen kann, an dem ich als Vollzeitautor zugange sein könnte. Was wäre dann mein Ausgleich?

Marit und ich sind Hundenarren. Sie noch mehr als ich. Von unseren Hunden ist Paco der älteste, ein herrlicher Golden Retriever, 12 Jahre alt. Er war ein vortrefflicher Obedience-Hund, bis er aufgrund eines Herzfehlers den vorzeitigen Ruhestand antreten musste. Allen Unkenrufen zum Trotz ist er jedoch weiterhin außerordentlich fit. Das liegt vielleicht an den vielen Pillen, die er für einige Tausend Kronen pro Jahr verdrückt, was weiß ich, aber wir hoffen jedenfalls, dass er uns noch einige Jahre erhalten bleibt. Heute ist er unser Kumpel und treuer Begleiter – eine Rolle, die er mit Bravour erfüllt, während Birk sich um die Arbeit kümmert. So wie die meisten Border Collies ist er ein Naturtalent. Ihn und Marit im Wald in Aktion zu sehen ist mehr als beeindruckend. Das Wort „Team“ gewinnt da eine gänzlich neue Dimension.

Die Hunde sind ihr Ausgleich zum Alltag. Manchmal darf ich mit und werde als Statist tief in den Wald hinein geschickt. Dort sitze ich dann hinter einem Baum, kaue an einem Halm herum und genieße die Stille, in dem unerschütterlichen Glauben, ich sei absolut unauffindbar. In weiter Ferne höre ich Marit ihre Kommandos rufen.
Im nächsten Augenblick starrt mir Birk mit seinem intensiven Blick in die Augen, bevor er sich seine Beißstück schnappt und genauso schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist. Es ist mir unbegreiflich, wie er das macht.
Du sollst das Kind in dir bewahren, pflegte mein Vater zu sagen. Er hätte uns sehen sollen. Aber in gewisser Hinsicht hatte er recht: Es ist durchaus kein Nachteil, wenn man das, was man macht, wirklich gerne macht. Oder andersrum: Wenn man das macht, was man wirklich gerne macht.
Denn liegt der Sinn des Lebens nicht darin, es zu genießen?
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