Blutschrift

Blutschrift ist mein viertes Buch über den Polizeichef („Lensmann“) Ole Vik. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Bänden beruht dieses Buch auf einer wahren Begebenheit und wurde aus diesem Grund meinen Eltern Kirsten und Rolf Jæger gewidmet. Meine Mutter starb 1984, erst 63-jährig, mein Vater 1995 im Alter von 84 Jahren. Von ihm habe ich die Freude am Schreiben geerbt.  

Mein Vater arbeitete bis 1983 als Zahnarzt in Bergen. Irgendwann in den sechziger Jahren erhielt er vier Drohbriefe, die unser Familienleben auf den Kopf stellten. Mit Ausnahme der Ortsangaben, Daten und Namen sind die Briefe in Kapitel 6 des Buches eine genaue Abschrift dieser Drohbriefe, die meine Mutter aufbewahrt hatte. Ich erinnere mich noch heute an die unheimliche Stimmung, die damals die Familie beherrschte, und wollte schon lange eine Geschichte daraus spinnen, was hätte geschehen können, wenn die Welt etwas mehr aus den Angeln gehoben worden wäre, als es dann tatsächlich der Fall war.

Mein Vater begann 1935, in den turbulenten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg, seine Zahnarztausbildung an der Universität in Hamburg. Im Juni 1939 machte er dann sein Staatsexamen an der Zahnmedizinischen Hochschule in Oslo und eröffnete noch im selben Jahr seine eigene Praxis in Bergen. In späteren Jahren reiste er mehrmals nach Hamburg, um alte Erinnerungen an die Studienzeit aufzufrischen, und uns Kindern erzählte er oft und gerne von seinen diversen Erlebnissen, auf der Reeperbahn und anderswo.

Mit Ausnahme der zitierten Passagen in Kapitel 6 ist alles in diesem Buch jedoch frei erfunden. Alle Personenbeschreibungen und Ortsangaben sind fiktiv. Wie übrigens der wahre Fall ausging, erfahren Sie im Epilog, in dem ich Ihnen den Ausgang des privaten Dramas meiner Eltern schildere.

Bergen, im Januar 2009
Jørgen Jæger





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